Freitag, 21. September 2018

Provincetown - Lexington/Concord

Heute muss ich selber erst noch auf die Karte sehen, wo ich gerade sitze und schreibe, aber ich muss irgendwo nördlich außerhalb Boston sein. Aber von vorne. 
Um 5:30 war für mich die Nacht vorbei. Aber darüber war ich heute nicht einmal böse. So nah am Meer wollte ich den Sonnenuntergang über dem Meer genießen. Ausgesucht hatte ich mir dafür einen Platz an einem Leuchtturm. Cape Code Light oder Highland Light genannt, steht dieser an einer Steilküste mit einer tollen Sicht aufs Meer. An die Abbruchkante und das Meer selber konnte ich hier nicht, da wohl die Gefahr besteht, dass, durch Erosion beansprucht, der Boden nachgibt und ins Meer rutscht. 
George Washington persönlich beauftragte den Bau eines Leuchtfeuers an dieser Stelle 1797. Erst war er aus Holz, später aus Stein. Richtig interessant fand ich aber, dass er nach 130 Jahren, im Jahr 1996, landeinwärts versetzt wurde, da die Gefahr bestand, dass er auch irgendwann über die Kante stürzt. 18 Tage hat es gedauert, das Gebäude 140 Meter landeinwärts zu bewegen.
Mir persönlich hat die Umgebung sehr gut gefallen, der Leuchtturm ist eingebettet in einen richtigen 9 Loch Links-Golfplatz, auf dem ich gerne auch eine Runde oder zwei gespielt hätte. Da so früh aber noch niemand spielte, habe ich mir zumindest als Souvenier einen Aus-Ball mitgenommen, den ich dort gefunden habe.

Cape Cod Light von der Meerseite aus gesehen.

Der Leuchtturm vom Abschlag Loch 8.

Der Sonnenaufgang in der Nähe des Leuchtturms.

Etwas weiter südlich bin ich dann ein weiteres Mal an das Meer gefahren. Zu sehen war hier nicht viel besonderes, aber hier errichtete Guglielmo Marconi eine Sendestation, um die erste transatlantische Kommunikation, am 18. Januar 1903 zu ermöglichen. Ein Gespräch des englischen Königs Edward VII mit dem amerikanischen Präsidenten Theodore Roosewelt. Auf englischer Seite stand die Sendestation in Cornwall. 
Heute, etwa 115 Jahre später stand ich an der selben Stelle und versendete Nachrichten und Bilder in die ganze Welt. Die Funkstation wurde irgendwann sich selber überlassen, korrodierte und stürzte ein und heute ist eigentlich nichts mehr davon zu sehen.


Neben der Marconi-Site gibt es einen kleinen, eine Meile langen, Wanderweg, den ich dann noch gelaufen bin, in der Hoffnung, etwas des vorabendlichen Burgers wieder abzutrainieren.

Die Küste.

Zugang zum Strand.

Der Wanderweg.
Dann ging es weiter in den Süden und ich bekam einen guten Eindruck davon, dass hier nicht die ärmsten Amerikaner wohnen. Jede Bucht liegt voll von kleineren und größeren Schiffen und an meinem nächsten Ziel, Hyannis Port, gab es keine Möglichkeit für einen Normalsterblichen zu parken oder an der Küste spazieren zu gehen. Vielleicht wäre es gegangen, wenn jemand mein Auto so lange immer um den Block gefahren hätte.
Warum ich hier halten wollte? Hier steht das Anwesen der Familie Kennedy, hier haben John F. und seine Geschwister ihre Jugend verbracht. Leider hatte ich keine Chance, irgendwo ein Foto davon zu machen, aber auf der Fahrt dorthin gab es einen kurzen Blick auf die ganze Pracht dieses Baus, der direkt am Meer steht.
In der Stadt Hyannis war dann aber ein Museum, welches John F. Kennedy gewidmet ist, dass ich dafür dann besucht habe. Es war vor allem eine Fotoausstellung des persönlichen Fotografen der Familie und zeigt auch sehr viel von Jacqueline, seiner Frau und seinem Bruder Robert.
Die Ausstellung war jetzt nicht wirklich uninteressant, aber ob sie ihr Geld wert war, da bin ich mir noch nicht sicher.
Vor dem JFK Museum in Hyannis.
Nach dem Aufenthalt in Hyannis habe ich die Halbinsel Cape Cod wieder verlassen und nun die allgemeine Richtung geändert. Von nun an wird es eine Weile immer grob nordwärts gehen und bald sollte dann das erste große Ziel meiner Tour erreicht sein. Boston.
Auf dem Weg dahin wurde es aber dann Mittag und ich recht hungrig und für die Mittagspause habe ich mir Plymouth ausgesucht.
Hier dreht sich alles um den Plymouth Rock, einen Felsen, um den hier ein Gebäude errichtet wurde und zu dem die Touristen nur so strömen, weil dies der Ort sein soll, an dem die Pilgerväter auf der Mayflower zum ersten Mal Land betreten haben sollen. Nun wird es etwas verwirrend, so etwas habe ich doch schon gestern über Provincetown geschrieben. Bei einem Parkranger, der Stein gehört, wie alle historischen Orte der USA zur Nationalparkverwaltung und wird von ebensolchen Parkrangern beaufsichtigt, habe ich dann mal nachgefragt und was ich mitgenommen habe ist folgende Geschichte.
Eigentlich wollten die Pilgerväter auf der Mayflower nach Virginia, haben aber in Provincetown Land betreten, da man sich etwas missorientiert hatte. Hier hat man mit einem Indianerstamm einen Vertrag abgeschlossen, das Land zu besiedeln, dann aber beschlossen, doch nach Virginia aufzubrechen. Der Versuch wurde aber sehr schnell wieder aufgegeben, da an Bord viele schwach oder krank waren und so ging man ein zweites erstes Mal in Plymouth an Land und siedelte sich dort an.
Unweit des Plymouth Rock ist ein Sarkophag, in dem alle Gebeine der 104 Passagiere liegen sollen, die das erste Jahr der Besiedlung nicht überlebt haben. Die Namen sind auf einer Seite des Sarkophags eingraviert.
Daneben steht die Statue eines Indianerhäuptlings, welcher sich der Pilgerväter angenommen haben soll und ihnen Nahrung und Schutz geboten hat. Das müsste dann die Geschichte sein, die die Amerikaner jedes Jahr zu Thanksgiving feiern.

Das Gebäude um den Plymouth Rock.

Der Plymouth Rock im Sand.

Der Sarkophag zu Ehren der ersten verstorbenen Pilger.

Die Statue des Indianerhäuptlings.
Nach einem kleinen Stadtrundgang und einem Mittagessen stand die weitere Planung an. Wohin nun?
Nach Bosten möchte ich erst morgen fahren. Die Hotelpreise schrecken mich dann doch sehr ab und ich möchte zwar zwei Tage, aber nur eine Nacht dort verbringen. Die Preise sind teurer als vor zwei Jahren mein Aufenthalt in Manhattan. Allgemein ist New England sehr teuer. Die Motelpreise sind im Schnitt doppelt so teuer, als sie es in den Südstaaten waren. 
Daher machte ich den Plan, die Umgebung von Boston abzugrasen und morgen früh nach Boston zu fahren.
Ziel des Tages sollten die kleinen Ortschaften Lexington und Concord werden, welche nordwestlich außerhalb von Boston liegen und welche eine wichtige Rolle in der Geschichte der USA spielen. 
Bevor ich aber dazu komme, kam noch ein kleiner Zwischenhalt in Foxborough.




Nun möchte ich die Leser aber gerne in die Geschichte entführen, bevor die Vereinigten Staaten die Vereinigen Staaten wurden. Auf meiner letzten Reise hier war ich ja schon in Philadelphia und habe die Independence Hall besucht und vieles über deren Erklärung gehört. Bevor es aber dazu kam, kam es erst zu einer Revolution. Wie so oft in der Geschichte ist die Frage müßig, was gewesen wäre, wenn diese Gescheitert wäre.

Wir schreiben das Jahr 1775. Genau den 19. April des Jahres. Und wir befinden uns hier.


Die North-Bridge über den Concord-River bei Concord. 
Genau genommen liegt Concord in unserem Rücken und über die Brücke, welche nicht mehr Original ist, sondern ein Nachbau, führt eine wichtige Handelsroute von Boston aus landeinwärts.
Schon seit einer Weile gibt es viele amerikanische Siedler, die unzufrieden sind damit, wie die englische Krone die neuen Kolonien regiert. Man ist zwar bereit Steuern zu zahlen, aber man möchte dafür auch ein Mitspracherecht, eine Vertretung in der Britischen Regierung Übersee bekommen, was ihnen aber verweigert wird. Statt dessen werden erste Steuern erhoben, um die britischen Truppen zu bezahlen, welche zum Schutz der Siedler hier stationiert wurden. 
Steuern sollen erhoben werden auf Dinge wie Zucker und Tee, was die Kolonisten nicht akzeptieren wollten, ohne ein Mitspracherecht. So kommt es zur Boston Tea Party, bei der Schiffladungen von Tee in den Hafen von Boston geworfen werden, wodurch die englische Krone Maßnahmen gegenüber den Kolonien beschließt. In Boston werden 4000 Soldaten stationiert und die Stadt unter totale Kontrolle gebracht. Die Kolonisten müssen sich zurückziehen und beschließen, all ihre Waffen in Concord zu verstecken. Concord bekommt seine wichtige Rolle alleine dadurch, dass es weit genug vor Boston liegt, um nicht unter direkter Kontrolle zu stehen, aber nah genug, um die Stadt zu erreichen. Es bedarf eines Marsches von ca. 6 Stunden für die Strecke.
Nicht alle Siedler sind zu dieser Zeit Separatisten. Viele sind Loyal gegenüber der Krone. Das spaltet die Bevölkerung nicht nur, beide Seiten sind auch immer bestens Informiert über die jeweils andere Seite und so erfährt der Kommandant der Rotröcke, der englischen Soldaten ganz genau, wo in Concord welche Waffen versteckt sein sollen und er sendet eine Truppe von 400 Mann aus, am Abend des 18. November, mit einer regelrechten Einkaufsliste, wo welche Waffen zu finden sind. 
Die Truppen zu sammeln und über einen Fluss zu schiffen, um auf die Straße nach Concord aufzubrechen dauert jedoch seine Zeit und es wird 2 Uhr nachts, bevor die Truppe losmarschiert. 
In der Zwischenzeit ritten Paul Revere, William Dawes und ein dritter Reiter nach Lexington und Concord, um die Milizen dort zu alarmieren. Schließlich bekommt man mit, was in der Stadt vor sich geht.
Die Milizionäre nennt man auch die Minute Men, weil sie innerhalb eine Minute ausgerüstet sein müssen und Milizionäre sind alle Männer zwischen 16 und 60, sofern sie nicht an einer Universität studieren oder Geistliche sind. 
Alarmiert verstecken die Anwohner von Lexington und Concord alle Waffen oder ziehen sie weiter westlich zurück, damit sie nicht gefunden werden und die Milizen sammeln sich an der oben gezeigten Brücke auf westlicher Seite. Dort ist eine Anhöhe von der man die Brücke und dahinter Concord überblicken kann.

Aussicht von der Anhöhe auf die Brücke.
Wenn ihr denkt, man sieht nicht viel, aufgrund der Bäume. Richtig, damals war das aber nicht so, Bäume wurden zum Bauen von Häusern oder als Heizmaterial genutzt, so dass damals kein größerer Baum in der Gegend stand.
Die britischen Truppen erreichen nach Sonnenuntergang Lexington und Teilen sich in drei Gruppen auf, welche die Orte durchsuchen und die Waffen einsammeln, bzw. anderes Material, welches die Separatisten gegen sie verwenden könnten verbrennen sollten. Etwa 120 kommen zu der Brücke und etwa 30 bis 40 überqueren sie unter den Blicken der Miliz, um eine Farm auf der anderen Seite zu durchsuchen, welche Kanonen beherbergen soll.
Während sich immer mehr Milizionäre auf dem Hügel versammeln, nach und nach wurden alle Orte im Inland in Alarm versetzt, sehen sie irgendwann Rauch in Concord aufsteigen und müssen vermuten, dass die Armeen den Ort in Brand stecken. Die Wahrheit ist jedoch, die Truppen haben ein Feuer angezündet, um Munition und Waffen zu vernichten, welche man nicht mit nach Bosten zurück transportieren konnte oder wollte. Dabei gerät eine benachbarte Scheune in Brand und man versuchte diesen Brand sogar zu löschen und die Scheune zu retten.
Die Milizen wissen das nicht und wollen nun den Ort retten. Mittlerweile sind 400 von ihnen auf dem Hügel versammelt und nähern sich nun der Brücke. 80 Soldaten stehen 400 Separatisten gegenüber, die ganze Nacht wach und müde vom marschieren. Sie wissen ja nicht, dass die Miliz den Befehl hat, nicht zu schießen, bevor auf sie geschossen wurde und sie haben auch nicht vor, diesen Befehl zu missachten, sondern hoffen, dass die Armee sie passieren lässt. Das passiert aber nicht, es fallen erste Warnschüsse ins Wasser und kurz darauf fallen zwei Separatisten, getroffen von der anderen Seite der Brücke. Nun darf man zurückschießen und es fallen zwei britische Soldaten, bevor der Rest sich dann zurückzieht. 
Die ersten Schüsse des Unabhänigkeitskrieges, der Revolution, sind gefallen. Die Briten ziehen sich entlang der Straße nach Boston immer weiter zurück und mehr und mehr Milizonäre folgen ihnen und geben Schüsse ab. Heute wissen wir, dass die Revolution erfolgreich war und es 15 Monate später zur Unabhängigkeitserklärung der  Kolonien von der britischen Krone kam.

Für mich war der Ort sehr informativ, denn ich traf dort auf Emily. Eine Parkrangerin, die diese Geschichte hier interessierten Gruppen erzählen soll, ich aber der Einzige war, der zum 15:30 Uhr Termin erschienen ist und sie all dies exklusiv erzählt hat, was ich sehr nett fand.

Auf der Ostseite der Brücke ist ein Grab für die beiden erschossenen britischen Soldaten.

Auf der Westseite ein Denkmal zu Ehren der Minutemen.
Von Emily bekam ich dann noch den Tipp, bis 16:15 Uhr an der Hartwell Tavern zu sein, da dort eine Vorführung im Gebrauch der Musketen statt finden sollte.
Dort angekommen stellte ich erst einmal  fest, dass eine Taverne nicht unbedingt mit einer Bar im heutigen Sinne vergleichbar ist. Tavernen in der damaligen Zeit waren eher Raststätten, wo Reisende sich verpflegen konnten, wo Treffen abgehalten wurden oder wo man die Nacht verbracht hat, bevor man weiter reiste. Die Hartwell Taverne lag allerdings nicht in einer Stadt, sondern war eine kleine Raststation für Bauern, die ihr Vieh oder ihre Waren nach Boston auf den Markt bringen wollten.
Es gab nur eine kleine Bar, einen Raum, in dem gegessen wurde und alle Reisenden schliefen auf dem Boden in einem Raum im Obergeschoss. Draußen gab es Koppeln, auf denen das Vieh verpflegt werden konnte. Die beispielsweise Rinder sollten ja immer noch im schlachtreifen Zustand auf dem Markt ankommen. Daher legte man auch nie mehr als 6 Meilen pro Tag zurück.

Hartwell Tavern.

Der Weg Richtung Lexington.

Der Weg nach Concord.

Der Speiseraum in der Taverne.
An der Taverne angekommen, traf ich auf zwei Ranger, welche sich als Milizionäre verkleidet und ausgerüstet haben und an mehreren Terminen den neugierigen Besuchern etwas über diesen Platz erzählen und die Benutzung einer Muskete demonstrieren.
Diese Demonstration bekam ich dann auch hier ganz exklusiv, da wieder außer mir niemand hier war.
Es bedarf 14 Schritte, eine solche Muskete abzufeuern und wenn man gut ausgebildet war, schaffte man einen Schuss alle 20 Sekunden.
Außerdem wurde mir jedes Detail der Ausrüstung erklärt, aber damit mag ich hier nicht auch noch langweilen. Wer mehr darüber wissen mag, darf mich aber gerne mal anschreiben oder direkt fragten.

John, der schießende Parkranger.
Zum Abschluss des Tages habe ich dann noch ein kleines Museum besucht, welches in einem Haus untergebracht ist, das damals dem Schriftsteller Ralph Waldo Emerson gehört hat, bevor ich mir dann ein Motel in der Umgebung gesucht habe.
Das Motel liegt zwischen zwei Straßen, drei Tankstellen, einer Autowaschstraße und einem McDonalds und es gibt nichts ansehnliches außerhalb des Gebäudes. Dafür ist es innen aber recht hübsch und das Zimmer bisher das beste meiner Reise.

Das Haus von Ralph Waldo Emerson.

Sein Arbeitszimmer.

Eine Muskete, ein Schwert und ein Pulverhorn.

Der Innenhof des Hotels mit Pool.

Mein Zimmer für die Nacht.



Donnerstag, 20. September 2018

New Haven - Provincetown

Wie befürchtet, begann der Tag schon vor 5 Uhr für mich und vor 7 Uhr war ich auf der Straße. Dafür konnte ich friedliche Straßen und einen schönen Sonnenaufgang genießen. Entlang der Interstate 95 ging es heute weiter Richtung Osten, jedoch vor allem zu Beginn küstennah auf kleinen Straßen. Diese führten mich durch Wälder, in denen sich tolle Häuser verstecken, alle mit großem Grundstück. Auf nicht wenigen Terrassen oder in den Gärten konnte man eine Vielzahl von Rehen sehen. Alles wirkte sehr, sehr friedlich und der einzige Störenfried hier war ich.

Ein Beispiel für ein recht normales Wohnhaus in dieser Gegend.

So sehen die Häuser an der Küste aus.

Unterwegs wollte ich mich mit Wasser für die Fahrt und einem kleinen Frühstück eindecken und dachte mir, halte am ersten Supermarkt, den Du siehst. Und so kam es, dass ich, so weit weg von der Heimat, bei Aldi einkaufen war.

Meinen ersten Stopp des Tages habe ich dann in der kleinen Stadt Mystic gemacht. Den Cineasten unter den Lesern könnte dieser Name etwas sagen, in dieser Stadt wurde der Film "Mystic Pizza", mit der damals noch unbekannten Julia Roberts gedreht und die Pizzeria aus dem Film gibt es wirklich.

Mystic Pizza
Übrigens ist dieser Film auch der erste Film für Matt Damon als Schauspieler gewesen, nur als Information für die, die es interessiert.
Ansonsten ist Mystic eine recht kleine, gemütliche Hafenstadt. Die einzig richtige Sehenswürdigkeit scheint die Zugbrücke mitten in der Stadt zu sein.

Zugbrücke über den Mystic River.

Hafenanlagen
Nach einem kleinen Stadtrundgang, ging es dann für mich weiter an der Küste entlang nach Osten. Mein nächstes Ziel war die Stadt Newport im Bundesstaat Rhode Island, die ich kurz nach Mittag erreichte. Allerdings blieb ich hier deutlich kürzer als geplant, denn nachdem ich vielversprechendes über diesen Ort gelesen habe, war die Realität dann doch etwas enttäuschend. Die Hafenanlagen mit all den Bars und alten Häusern wären sicherlich eine schöne Kulisse, um hier nette Stunden zu verbringen, wäre da nicht die Tatsache, dass zum Meer hin moderne und weniger attraktive Gebäude für gut zahlende Touristen gestellt wurden und es keine Hafenpromenade gibt, denn da wo eine war, ist heute alles Privatbesitz, betreten verboten. 
Vom Meer kann man auch fast nichts sehen, weil der Blick von unzähligen Yachten verdeckt wird, die hier im Hafen liegen. Newport ist allerdings auch ein Mekka des Segelsport. Von 1930 bis 1983 fanden hier die Wettbewerbe um den Americas Cup statt.

Einkaufsstraße in Newport.

Eine interessante Skulptur.

Näher kam man an das alte Segelschiff leider nicht.

Nichts erinnert mehr an die ehemalige Werft, die hier mal war.

Newport liegt auf einer Halbinsel und der Süden dieser Insel hat eine recht zerklüftete Küstenlandschaft, die die Reichen und Schönen für sich vereinnahmt haben. Hinter Dünen  verstecken sich hier traumhafte Anwesen. Bekannteste Besitzer waren da wahrscheinlich die Vanderbilts oder die Astors. 
Ein paar wenige dieser Anwesen kann man besichtigen. So zum Beispiel Marbel House, welches einmal im Besitz der Familie Vanderbilt war. Es soll von innen sehr schön sein und in seiner Eleganz von der Einrichtung her eine Reminiszenz an das Schloss Versailles sein, aber mich davon zu überzeugen war mir keine 40 Dollar Eintritt wert. Daher gab es nur einen Blick von außen.

Marble House
Wer einmal hier unten mit eigenem Wagen unterwegs ist, für den lohnt sich eine Fahrt entlang des Ocean Drive. Man hat eine tolle Aussicht auf das Meer und auf einige der tollen Anwesen, die hier liegen. 
Häuser direkt an der Küste.

Das sah schon eher wie eine richtige Burg aus.

Rundfahrten kann man hier in diesem Oldtimer machen.

Seegrundstücke auf der einen Seite der Straße,...

...und auf der anderen Seite.

Überall solch Luxus,

The Breakers. Ein weiteres Anwesen der Vanderbilts.
Ein besonderes Anwesen, welches man jedoch nicht besichtigen kann und an das man auch nicht wirklich nah heran kommt, ist die Hammersmith Farm. Hier hat Jacqueline Bouvier ihre Jungend verbracht und hier haben sie und John F. Kennedy auch ihre Hochzeit gefeiert.

Hammersmith Farm
Nachdem ich aber in Newport weniger Zeit verbracht habe, als geplant, musste ich mir spontan überlegen, was als nächstes tun. Da die grobe Richtung ja eh weiter ostwärts war, bin ich einfach drauf los gefahren und machte in Fall River eine Entdeckung, die Erinnerungen an die Marinezeit weckte.

Die USS Massachusetts
Ein Besuch dieses Schiffs hat mich wenig gereizt und es wollte tatsächlich auch Regen aufziehen, daher habe ich mir da die Karte zur Hand genommen und dann die nächsten Tage etwas umgeplant. Die nächsten 2 Stunden brachte ich damit zu, bis nach Provincetown an der Nordspitze Cap Cods zu fahren, um dort die Nacht zu verbringen. 
Zwar liegt auf dem Weg dahin noch die ein oder andere Stelle, die ich sehen möchte, aber da ich von der Halbinsel auch wieder runter muss, mache ich das morgen auf der Rückfahrt. 

Es war nicht die schlechteste Entscheidung. Auf dem Weg dorthin fuhr ich durch viel Regen, aber die Stadt selber habe ich dann am Abend trocken besuchen können. 
Provincetown ist vor allem dafür berühmt, dass hier im November 1620, also vor fast genau 400 Jahren die Mayflower landete und die Pilgerväter die neue Welt betraten. Dies war nicht die erste, aber wahrscheinlich die bekannteste, Inbesitznahme der neuen Welt durch europäische Siedler.
Zu Ehren dieses Ereignisses gibt es ein Pilgrim-Monument, welches mich sehr an ein Gebäude aus der Toskana erinnerte, aber vielleicht trübt mich da meine Erinnerung.

Vorne ein Kriegerdenkmal, im Hintergrund der Turm ist das Pilgrim-Monument.
Provincetown war früher ein wichtiger Hafen, aufgrund der Form der Halbinsel und dem Naturhafen, der Schiffen Schutz bieten konnte. Heute erschien mir die Stadt nicht sehr groß und sie lebt im Sommer vor allem von Touristen, die dann hier her kommen und den Strand bevölkern.
Bekannt ist Provincetown, laut meines Reiseführers, wohl auch für seine Homosexuellengemeinde. Eine der größten an der Ostküste. Beim Stadtrundgang wäre ich da allerdings auch ganz von alleine darauf gekommen. Die Regenbogenflagge hängt hier an fast so vielen Gebäuden, wie die Flagge der Vereinigten Staaten. Und wenn man weiß, wie oft man diese in den USA sieht, der weiß, dass das echt etwas bedeutet.

Eine der Kirchen in Provincetown.

Eingang einer kleinen Passage.

Die Passage.

Früher waren das wahrscheinlich einmal belebte Lagerhallen,

Ein Beispiel für die Beflaggung der Stadt.

Gemeindehaus
In Provincetown habe ich dann noch ein Abendessen zu mir genommen, den Mayflower Deluxe Burger, bevor ich dann in mein Motel gefahren bin. Preislich ähnlich wie gestern, aber doch viel gemütlicher. Der einzige Makel sind die momentan, während ich schreibe, zwei Frauen und ein Mann, die sich lautstark das Nachbarzimmer teilen und sich nicht entscheiden können, ob sie sich lautstark anschreien und streiten sollen oder doch gemeinsam über irgendwas lachen. Einmischen mag ich mich jedenfalls nicht, dazu sind die mir zu lebhaft.
Dafür gehe ich gleich noch mal an den Strand, der direkt hinter dem Motel anschließt und werde einen Blick auf das Meer genießen.

Links, direkt bei dem Auto, ist mein Zimmer.

Das Zimmer für die Nacht.

Und das Bad.
Bevor ich nun für heute den Bericht beende, noch eine kleine Sache, die mir gestern Abend noch aufgefallen ist. Man soll Koffer ja nur mit TSA-Schlössern, die so heißen, weil sie von der TSA, dem Flughafen-Sicherheitsdienst der USA geöffnet werden können. 
Das Interessante in diesem Fall. Mein Schloss ist nicht mehr an meinen Koffer. Wenn es sich also nicht von alleine geöffnet hat, dann stellt sich mir doch die Frage, was war an meinem Gepäck so verdächtig?

Mittwoch, 19. September 2018

Körrenzig - New Haven

Heute Morgen um 7:30 ging es endlich los. Mein Vater packte mich und mein Gepäck ins Auto und brachte mich nach Düsseldorf zum Flughafen.
Für einen Flug in die USA muss man dort mittlerweile eine Unzahl von Kontrollen und Checks über sich ergehen lassen. Zuerst kommt eine kurze Befragung über das Gepäck, wobei man natürlich den Pass vorlegen muss, bevor man zur Gepäckaufgabe geht, wo wieder der Reisepass kontrolliert wird. Von dort geht es zur Personen und Gepäckdurchleuchtung, um anschließend bei der Zollkontrolle wieder den Pass kontrollieren zu lassen. Bevor es zum Boarding kommt, kommt eine weitere Befragung, ob man sein Gepäck auch brav immer beaufsichtigt hat und sich von niemandem hat überreden lassen, etwas mitzunehmen. Muss ich erwähnen, dass man hierbei den Pass vorzeigen muss? Warum auch nicht, denn direkt dahinter war dann noch ein Schalter, nur für Passkontrolle. Bevor man dann endlich ins Flugzeug darf, zeigt man seine Bordkarte und, natürlich, noch mal den Pass vor, bevor man endlich im Flugzeug sitzen darf. So langsam ist das etwas übertrieben.
Aber die Kontrollen sind allgemein etwas lächerlich. Wenn man das ESTA Formular ausfüllt, mit dem man überhaupt in die USA einreisen darf, bekommt man Fragen gestellt wie: "Planen Sie einen terroristischen Anschlag in den USA?" Wer beantwortet so etwas ernsthaft mit Ja und wen hat es nicht beim Ausfüllen schon mal in den Fingern gejuckt, dies zu tun?
Man würde wahrscheinlich nie mehr in die USA reisen dürfen, aber es reizt trotzdem.

Der Flug selber war dann, dank vier interessanter Filme im Bordprogramm, sehr kurzweilig und die acht Stunden Flug gingen doch entspannt um, so dass ich pünktlich, kurz vor 14 Uhr in Newark landete. Dann kam jedoch die Immigration, die Einreiseprozedur in die USA. Vor zwei Jahren in Chicago hatte ich noch Glück und es dauerte mich nur wenige Minuten. Heute war das leider weniger entspannt. Ich durfte mich in eine ca. 500 Meter lange Schlange anreihen und war erst nach 16 Uhr draußen und auf dem Weg zur Autovermietung.
Wenigstens hier war niemand und ich brauchte nur wenige Minuten, bis ich mir ein Auto auf dem Parkplatz aussuchen durfte. Die Auswahl beschränkte sich in meiner gebuchten Klasse auf ein paar wenige asiatische Modelle, von denen ich mir einen Kia ausgesucht habe.
Mit diesem ging es dann auf der Interstate 95 immer Richtung Norden. Zu Beginn entlang des Hudson River und mit Blick auf Manhattan, ganz von der Südspitze bis zur George Washington Brücke. Von den gewaltigen Brückenbauwerken in den USA war ich schon vor zwei Jahren überwältigt und war es auch hier wieder, als ich erst über diese den Hudson überquerte und dann auch noch drunter durch fahren durfte, um in die Bronx zu kommen.

Von dort ging es aber noch immer weiter nördlich. Ziel des Tages war die Stadt New Haven, Connecticut. Die Stadt New Haven sagt den meisten vielleicht nicht so viel, wie die dort ansässige Yale-Universität. Diese hat unter anderem 49 Nobelpreisträger, 5 ehemalige Präsidenten und noch andere berühmte Persönlichkeiten beheimatet. Als Beispiele die Ex-Präsidenten Gerald Ford und Georg Bush Sr., die Präsidentschaftskandidatin und First Lady Hillary Clinton und die Schauspielerin Meryl Streep.
Leider wurde es sehr früh dunkel und die Gebäude sind sehr verwinkelt und zugewachsen, so dass ich kaum Bilder machen konnte und nur eine Weile auf dem Campus herumgelaufen bin. Auch unterwegs konnte ich aus dem Auto heraus keine Bilder machen, da ich ja fahren musste und einiges an Verkehr auf den Straßen war, so dass es heute für Euch leider nur viel zu lesen und wenig zu sehen gibt.



Gebäude der Yale-Universität

Ich bin dann auch nicht in der Stadt geblieben, sondern bin noch ein kleines Stück weiter gefahren, wo ich mir ein günstigeres Motel gesucht habe, in dem ich nun sitze und schreibe.
Nun bin ich seit fast 22 Stunden wach und ziemlich müde. Daher verzeiht mir bitte, sollten Worte oder Sätze keinen Sinn machen.

Auch kann ich noch nicht sagen, wohin es morgen geht. Das plane ich heute nicht mehr. Und wenn der Jetlag dann doch noch zuschlägt, werde ich morgen früh genug wach sein, um zu planen

Sonntag, 9. September 2018

Reisevorbereitungen

Da ich tatsächlich schon wieder angesprochen werde, wann es denn los geht und ich wieder schreiben würde, dachte ich mir, ich erzähle nochmal etwas über meine Vorbereitungen. Falls jemand auch mal auf eine ähnliche Reise gehen mag, hoffe ich, ihm oder ihr damit vielleicht ein paar nützliche Tipps zu geben.

Für Reisen in die USA oder nach Kanada braucht man kein Visum, aber einen gültigen Reisepass. Wie lange der noch gültig sein muss, weiß ich leider nicht mehr ganz genau, erinnere mich aber, dass er nicht in nächster Zeit ablaufen sollte.
Egal in welches der beiden Länder man einreist, man braucht einen gültigen Einreiseantrag. Für die USA ist dies das ESTA-, für Kanada ist dies das ETA-Formular. Sollte man, wie ich das im Moment plane, die Grenze per Auto überqueren wollen, so braucht man, als Deutscher, wohl nur den Reisepass. Das bedeutet für mich, ich bräuchte für die USA bei der Einreise das ESTA Formular, welches man im Internet findet, bei der U.S. Customs and Border Protection. Kosten belaufen sich auf 14 Euro und es ist von der Bestätigung 2 Jahre gültig, aber an den Reisepass gebunden. Auf der Seite wird man informiert, dass es bis zu 72 Stunden dauern kann, bis es eine Bestätigung gibt, aber sowohl vor zwei Jahren, als auch diesmal, kam die Bestätigung binnen 10 Minuten.
Aus Neugierde habe ich mich Dich dann doch auch über das ETA-Formular schlau gemacht. Hier gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Der Antrag kostet hier nur 4 Euro und das Formular ist 5 Jahre gültig. Da dieses derart günstig ist, ich ja auch gerne mal in den Westen Kanadas möchte und es so günstig ist, dachte ich mir, ich fülle es aus. Mein Reisepass ist noch 4 Jahre gültig, dadurch verliere ich dann doch ein Jahr des Antrags, aber bei 4 Euro...
Dann kam aber die Überraschung. Ich google ETA Antrag, fülle das Formular aus, welches man mir anbietet und soll bezahlen. 34 Euro. Ups, was ist das? Es gibt wohl, wenn man dieses Formular anbietet, ca. 5 Anbieter, die alle zu einem stolzen Preis so aussehen, als wären sie eine offizielle Seite. Es sind aber alles nur Art Vermittlungen. Auch hier wichtig, das Formular von der Regierungsseite auszuwählen. Die Adresse ist irgendwas mit Canada.ca. Dort ausgefüllt, 4 Euro bezahlt und hier galt auch, die Bestätigung kann bis zu 72 Stunden dauern, hier kam sie nach 2 Minuten.

Die Flüge habe ich bei der Lufthansa gebucht. Vielleicht nicht das günstigste Angebot, aber dafür hat man etwas mehr Platz, als bei AirBerlin Nachfolgern. Man wird alt und gönnt sich etwas Bequemlichkeit. Auf dem Rückflug, der die gleiche Flugnummer hat, wie vor zwei Jahren, nicht mehr Verfügbar, habe ich diesmal auf dem Hinflug einen Platz mit extra Beinfreiheit. Kostet so um die 70 Euro, aber das ist es mir wert.
Drückt mir die Daumen, dass Hinflug ziemlich pünktlich ist, das Programm ist schon eng gestrickt, da könnte eine Verspätung schon weh tun.

Hin- und Rückflug gehen nach und von Newark/New Jersey, vor den Toren von New York City. In den Big Apple geht es aber diesmal nicht, sondern am Flughafen wartet hoffentlich ein Mietwagen auf mich, mit dem es von da aus Richtung Norden geht.
Wer einen Mietwagen in den USA bucht und eine ADAC Mitgliedschaft hat, sollte einmal dort nach Angeboten schauen. Wie vor zwei Jahren schon, habe ich dort das günstigste Angebot gefunden.
Auch zu beachten ist, dass ein internationaler Führerschein gerne gesehen ist.Dies ist ein Dokument, welches man über das Straßenverkehrsamt bekommt, gar nicht so teuer und drei Jahre gültig ist. In wenigen Staaten ist der wohl unbedingt notwendig (ich meine Kentucky, Tennessee, Florida, aber nicht mehr ganz sicher) und wird wohl sonst sehr gerne gesehen, auch von den Autovermietern.
Gebraucht habe ich den internationalen Führerschein vor zwei Jahren nie, aber er ist noch gültig und sicher ist sicher.

Was kann ich sonst über meine Pläne schreiben? Wohin es geht? Es gibt zwar schon einen Plan, eine grobe Route, aber wenn ich das wirklich schaffen will, bräuchte ich eine Woche mehr und es gibt immer noch ein zwei Plätze, die ich noch nicht untergebracht habe. Selbst ein American-Footballspiel ist zwar noch in der Planung, könnte aber, aus Zeitnot, hinten raus fallen.
Das noch nichts feststeht, kann ich leicht damit belegen, noch habe ich nicht ein Hotel gebucht, weiß von der ersten Nacht an nicht, wo ich übernachten werde. Diesmal habe ich aber auch nicht vor, zu viel vorher zu verraten und es so spannender zu machen. Vielleicht wird ja mit etwas mehr Neugierde mitgelesen, wo ich wohl am jeweiligen Tag gelandet bin.
Wenn alles so gut funktioniert, wie vor zwei Jahren, dann sollte es jeden Morgen (deutscher Zeit) etwas zu lesen und hoffentlich auch zu sehen geben.
Gut funktionieren, das ist das richtige Stichwort. Hoffentlich funktioniert alles wieder so reibungslos, wie beim letzten Mal. Dann wird die Reise auf jeden Fall wieder toll. Solange nichts passiert ist alles gut. Allerdings haben die Probleme schon begonnen. Mein Navi will die Straßenkarten für die USA nicht laden. Das ganze Wochenende verzweifle ich schon.
Drückt mir bitte die Daumen, dass das noch klappt und vor allem, drückt mir die Daumen, (oder wie man es in den USA macht, kreuzt die Finger,) damit nichts passiert.

PS: Ich höre gerade, dass das Wetter an der Ostküste momentan sehr schlecht ist, auch dafür noch Daumen drücken bitte.

Scranton - Newark

Ich bin auf dem Flughafen. Die letzten Stunden und Kilometer Autofahrt verliefen reibungslos. Der Verkehr nahm in Richtung New York City zu...