Mittwoch, 26. September 2018

Bangor - Rivièr-du-Loup

Als der Tag heute begann, dachte ich noch, heute habe ich wenig zu zeigen und noch weniger zu schreiben.  Oh sollte ich mich irren. Na ja, viel wird es wahrscheinlich trotzdem nicht, aber interessant könnte es sein. Für mich war es das zumindest.
Die Wettervorhersage war leider richtig und es hat diese Nacht richtig heftig geregnet. Auch bei meinem Aufbruch regnete es noch, aber nicht mehr so stark. Da ich heute nicht mehr geplant hatte, als ca 450 km zu fahren, war das nicht so schlimm und so war ich gar nicht sicher, geht das Pech weiter oder kam das Glück schon zurück. Für letzteres sprach zu dem Zeitpunkt, dass ich mit dem Veranstalter für die Whale-Watching Tour gemacht habe und mein Platz für morgen reserviert sein soll.
Für die Fahrt heute habe ich mir vorgenommen, die Interstates zu meiden und über "Landstraßen" die Strecke  zurück zu legen. Ausgesucht habe ich mir dafür die Route 2, welche von Bangor im Prinzip immer genau Richtung Norden geht. In dieser Richtung wird die Besiedlung weniger und bis nach Kanada hinein warten hier nur Wälder.
Diese waren, wie ich zugeben muss, nicht wie ich sie mir vorgestellt habe, aber es war trotzdem eine wirklich sehr, sehr schöne Strecke, ich hoffe, die Bilder geben das etwas wieder.















Das letzte Schild weißt auf die Amish hin. Entlang meiner Strecke liegt die älteste Amish-Gemeinde in den USA, im Aroostock-County, durch das ich gefahren bin. Ich hab tatsächlich mehrere dieser Fuhrwerke gesehen und überholt, fand es dann aber doch etwas unverschämt, diese zu fotografieren.

Auf anderen Schildern wurde vor Elchen gewarnt, die es hier in den Wäldern in Hülle und Fülle geben soll. Auch Schwarzbären sollen hier leben, aber diese sieht man wohl nie an der Straße und auch einen Elch habe ich nicht wirklich gesehen. Warum, dafür kamen mir Ideen, je näher ich der kanadischen Grenze kam. Immer häufiger fuhren hier Leute in Jagdkluft, gut erkennbar an orangefarbenen Mützen durch die Gegend und immer mehr Schilder boten die Schwarzbärjagd mit Pfeil und bogen an. Als dann in einem Waldstück eine Rastgelegenheit auftauchte und die Natur mich rief, musste ich dort drei Männern ausweichen, die irgendwas an ihren Autos fummelten.A ls ich dann ausstieg, sah ich was sie machten. Sie befestigten einen Elch auf der Ladefläche.
Einer von ihnen hatte den Elch wohl letzte Nacht geschossen und zu dritt verbrachte man den Vormittag damit, das tote Tier aus dem Wald und auf den Wagen zu schaffen. Einer meinte, das sei der größte "Spaß". Als ich die beeindruckende Größe des Elches sah, war mir klar, was er meinte. Den bewegt man nicht mal so eben aus dem Wald und auf den Wagen. Und es war nicht der einzige Elch, den ich heute auf der Ladefläche eines Fahrzeugs sah.

Etwas weiter passierte es dann aber. Eine lange, schnurgerade, abschüssige Straße führte in eine kleine Ansammlung von Häusern. Ort konnte man das nicht nennen. Noch in Gedanken, die Aussicht genießend, bemerkte ich zu spät, dass ich ca 20 - 30 km/h zu schnell war und trat auf die Bremse. Im gleichen Augenblick bemerkte ich ein hellblaues Auto der State Police am anderen Straßenrand, welches natürlich los fuhr, als ich es passiert hatte. Passiert war es, die US Polizei hatte mich erwischt und ich sah, wie der Wagen wendete, die Blaulichter anmachte und mir folgte. Als reuiger Sünder hielt ich direkt an und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Zugegeben, recht aufgeregt, was nun geschehen würde.
Brav, wie man immer gesagt bekommt, hielt ich die Hände auf dem Lenkrad, bis der Officer an meine Scheibe klopfte, damit ich diese öffne. Er verlangte Führerschein und dann den Pass. Seltsamerweise hielt er mich für einen Spanier. Ob er einfach nur meinen Nachnamen falsch gelesen hat? Recht streng belehrte er mich dann über mein Vergehen und ich wurde ausgefragt, warum ich das gemacht habe und was ich überhaupt in dieser Gegend wollen würde.
Sorgenvoll, was kommen würde, gab ich willig Auskunft und kann kaum die Erleichterung beschreiben, als er sagte, ich könne fahren, das solle aber nicht noch mal passieren und ich solle gefälligst Aufmerksamer sein. Natürlich versprach ich das und setzte meine Reise fort.
Dabei bemerkte ich aber, dass er an mir vorbei zog und in meiner Richtung, selber sicher zu schnell, weg fuhr. Der will mich doch testen, dachte ich mir und genau so war es. Zumindest vermute ich das. Denn ein gutes Stück weiter die Straße entlang, in einem kurvenreichen Abschnitt mit sehr niedriger Geschwindigkeitsbegrenzung stand er hinter einer Kurve am Straßenrand. Vorbereitet war ich hier aber ganz brav. Eigentlich bin ich das hier meist, denn ich genieße gerne die Landschaft und habe es ja nie eilig, aber heute war es halt nur eine lange Überführung.

Wenig später war ich dann in Fort Kent. Dort habe ich, nicht um der Polizei zu entkommen, das Land verlassen und Kanada betreten. Die Passkontrolle war ähnlich der am Flughafen. Man wird gefragt, was man will, wie lange man bleibt, ob man zu hause einen Job hat und wer eigentlich jemandem für so etwas Urlaub gibt. Interessant fand ich, dass man zwei mal in den USA nicht nach meinem Visum für Russland gefragt hat, der kanadische Zollbeamte aber neugierig war, warum ich da war. Aber das war alles freundlicher als es hier klingt. Ich brauchte dafür nicht mal aussteigen, man machte ein wenig Smalltalk über Whale-Watching und ich bekam eine Wegbeschreibung in Richtung meines Zielortes, an welche ich mich natürlich nicht gehalten habe, denn ich wollte ja nicht auf die "Autobahn". Etwa anderthalb Stunden vergingen noch, in denen die Landschaft sich nicht wirklich veränderte, die Natur kennt halt keine Grenzen, 
Beeindruckend wurde es dann kurz vor meinem Zielort. Riviere-du-Loup. Dieser liegt direkt am St. Lorenz Strom, welcher hier recht breit ist. Ich hatte zwar gestern gesagt, keine Küste mehr, aber das galt ja für den Atlantik. Mit der Größe dieses Stroms habe ich nicht gerechnet. Das war hier wieder wie ein Meer. Von einem Ufer zum anderen sind es 20 km. Beeindruckend.
Allerdings hätte die Sicht besser sein können. Um die Mittagszeit kam zwar etwas die Sonne raus, aber auf den letzten 10 km viel die Temperatur von 21°C auf 14°C und es begann, wieder so richtig heftig zu regnen. So wurde ich zwar noch nass beim Einkaufen und Einchecken im Motel, aber für den Rest des Abends war mir das egal. Ich habe hier eine kleine Hütte mit Küche, Wohnecke, Schlafraum und Badezimmer. Das erste Motel, in dem ich zwei Nächte verbringe und dann ist es ein richtig nettes. Selbst der Preis ist wirklich fair.







Im Hintergrund der St. Lorenz Strom.




So habe ich dann den Abend mit Essen und Zeugdienst zugebracht, mich ausgeruht und hoffentlich Kraft für die nächsten Tage gesammelt. Es gibt hier nur zu wenig TV-Programme. Zumindest, wenn man kein Französisch spricht.
Jetzt heißt es bitte, Daumen zu drücken. Dass ich nicht verschlafe und dass ich auch wirklich ein paar Wale sehe.

Eine Anekdote des Tages vielleicht noch. Wir machen uns ja immer wieder über die seltsamen Nachrichten lustig, von Dingen, die irgendwelche Amerikaner machen, über die wir den Kopf schütteln. Das funktioniert hier anders herum. Im Radio erwähnte man einen Typen aus Deutschland, der wohl aus einem japanischen Restaurant geworfen wurde, weil er das All-You-Can-Eat Buffet zu wörtlich genommen haben und über 100 Portionen Sushi gegessen haben soll. Wer von Euch war das?

Dienstag, 25. September 2018

Bar Harbor - Bangor

Entweder ist jetzt der Wurm drin oder irgendetwas da draußen will mir sagen, ich soll keine Whale-Watching Tour unternehmen. Schon wieder fange ich aber mit dem Ende an. 
Der Tag begann damit, dass ich in Bar Harbor ausgecheckt und mich auf den Weg weiter Richtung Norden gemacht habe. Das Tagesziel lag zwar nur 50 Meilen nördlich, aber um dahin zu kommen, habe ich einen 300 km langen Umweg gemacht und mir die Landschaft von Maine angesehen, in die sich scheinbar weniger Touristen verirren. Dabei ist mir aber dann auch aufgefallen, warum ich bisher weniger Bilder als auf meiner letzten Tour gemacht habe. Während damals an allen sehenswerten Stellen auch ein Aussichtspunkt war, wo man halten und sich umsehen konnte, so ist hier in den ersten Tagen an diesen Stellen sehr oft alles mit "Hier auf keinen Fall auch nur stehen bleiben" beschildert oder der Fahrbahnrand direkt so blockiert gewesen, dass zum Anhalten keine Chance war.
Heute war ich auf einigen Abschnitten dann sogar ganz alleine unterwegs, so dass ich mal ein paar Fotos von der Landschaft machen konnte.












Ein Ziel und Grund des Umweges war es, den östlichsten Punkt der USA zu besuchen. Den Leuchtturm West Quoddy Head Lighthouse bei der Stadt Lubec am Ausgang der Bay of Fundy und eigentlich jedes Land, was man von hier aus sieht, ist schon Canada.
Hier kam mir der Gedanke, dass in meinen Kamerarucksack auch noch ein kleines Fernglas gehört. Eine handvoll Leute standen hier und schauten mit eben solchen auf die Bucht hinaus und suchten sie nach Walen ab. Etwa eine Stunde stand ich dort und habe nicht wirklich etwas von diesen Tieren gemerkt. Nur einmal kurz steckte etwas seinen Kopf heraus, was ich einfach mal als Seelöwen bezeichnet habe. Das Tier, was immer es war, war zu weit weg, um es wirklich zu erkennen.
In der Zeit kam aber auch etwas Wehmut auf. Ziemlich ganz genau 18 Jahre ist es her, dass ich da draußen mit der Marine unterwegs war und Halifax besucht habe. 
Irgendwie habe ich das Meer schon immer geliebt. Und erst vor wenigen Wochen haben die Berge Bayerns einmal mehr bewiesen, dass ich das Meer ihnen jederzeit vorziehen würde. 
Aber dann hieß es irgendwann, Abschied zu nehmen. Von nun an geht die Tour weg von der Atlantikküste. Naja, ok. Nicht ganz. Ich tausche die Atlantikküste gegen die Ufer eines Flusses.






Heute Nachmittag ging es aber erst einmal über Land zurück nach Bangor.
Ich meine, es wäre so um 1993 gewesen, dass mein Vater mir ein rotes Taschenbuch in die Hand  gedrückt hat, welches er geschenkt bekommen hat, es ihn aber nicht interessierte. Taschenbuch fand ich damals sehr gewagt für ein Buch mit 1056 Seiten. Es war das Buch "ES" von Stephen King, welches mich gefesselt und eine Liebe geweckt hatte, die sehr lange anhielt. Ein ganzes Regal meiner Bücher sind Stephen King Bücher.
Stephen King ist zwar in Portland/Maine geboren, seine Werke als Schriftsteller entstanden aber, zum größten Teil, in und um Bangor und sehr viele Orte und Plätze in Maine inspirierten seine Fantasien. Das Buch ES (und auch andere Werke) spielt zwar in der fiktiven Stadt Derry aber Bangor stand Pate für diese Stadt. Einige Orte aus diese Werken sind hier zu sehen und hier war ich mal ganz Fan und habe den Nachmittag damit verbracht, durch Bangor zu laufen und mir ein paar dieser Plätze anzusehen.
Leider bin ich dabei aber auch vom Regen eingeholt worden und während ich hier schreibe, regnet es sogar ziemlich heftig da draußen.

Das erste Ziel war natürlich das Haus, in dem Stephen King wohnt.  Wohnen soll, muss man besser sagen. Er verbringt zwar immer noch sehr viel Zeit in Bangor und ist wohl auch ein großer Mäzen in der Stadt, dem man auch begegnen kann, wenn man nur lange genug hier ist, aber er hat wohl auch ein Anwesen in Florida um der Kälte hier zu entfliehen. 
Außerdem habe ich heute gehört, weiß aber nicht, ob es stimmt, dass er am anderen Ende der Straße, in der sein Haus steht, ein weiteres Haus gekauft haben soll, in dem er lebt, da vor seinem Haus doch immer wieder Touristen halten und sich das Anwesen ansehen. Es ist aber auch ein recht offenes Geheimnis und steht in jedem Reiseführer oder auf Wikipedia, so dass es leicht zu finden ist.

Das Haus von Stephen King.
ES dreht sich ja um den Clown Pennywise, dem mehrere Kinder begegnen. Eine Begegnung macht "Stan" bei einer Vogelbeobachtung. Er sitzt auf einer Bank und beobachtet ein Vogelbad und dann dreht er sich um und begegnet dem Clown in einem Wasserturm. Ich schreibe dies, weil es hier genau so aussah.

Hier das Vogelbad.

Und auf der anderen Seite der Straße, der Wasserturm.
Auch den Kenduskeag, die Barrens und den Penobscot River habe ich gefunden, aber entweder im Regen keine Bilder gemacht oder sie sind nicht so gut geworden. Eines habe ich aber noch geschossen. Schon auf meiner letzten Tour habe ich ein paar der "Muffler-Men" Fiberglas-Skulpturen fotografiert, welche mir, vor allem entlang der Route 66, begegnet sind. So gibt es auch eine dieser Statuen in Bangor. Es ist eine Statue von Paul Bunyan. Einem sagenhaften Holzfäller, dem ich auch schon, mit einem Hot-Dog in der Hand, in Cicero bei Chicago begegnet bin. Die Skulptur hier ist die größte von Paul Bunyan weltweit. Wobei der scheinbar nur in Amerika bekannt ist.
Diese Skulptur kommt auch im Roman ES vor und erweckt darin zum Leben.


So, jetzt habe ich fast genug zu Stephen King geschrieben und auch in den letzten Tagen einige Filme erwähnt. Ich gebe zu, das muss ein Ende haben, aber ein letztes Foto noch, den dieser Ort ist mir heute schon früh begegnet und ich habe ihn sogar wiedererkannt. Das folgende Haus diente als Location für den Film Friedhof der Kuscheltiere.


So, mehr Filmreminiszenzen sind während meiner Reise nicht geplant. versprochen.
Mein Motel liegt direkt am Rand von Bangor und war bisher das günstigste meiner Reise. Dafür war ich mehr als angenehm überrascht. es ist ein großes, sehr sauberes, Zimmer und, das kann man schlecht auf Bildern wiedergeben, es riecht sogar gut. Auch das ist nicht immer selbstverständlich. Hier könnte ich es aushalten. 



Allerdings geht es morgen schon wieder weiter und damit zurück zu den anfangs erwähnten Problemen. Es soll ja immer noch eine Whale-Watching Tour anstehen und ich habe einen Ort gefunden, den ich in meine Tour einbauen kann, wenn ich dafür einen Tag überspringe. Denn die letzte Tour dieses Jahres findet übermorgen statt. Ich muss also morgen dahin, um übermorgen um 9 Uhr das Schiff zu besteigen.
Das bedeutet zwar, dass ich die zweite Hälfte der Reise etwas ausdehnen muss, aber dafür wird es dann genug Museen und solche Sachen geben, dass ich das schaffen werde. Also, wollte ich die Wal-Tour diesmal im Internet klar machen, damit mir nicht wieder etwas passiert wie gestern in Bar Harbor. Zuerst einmal ein Hotel für die nächsten beiden Nächte ausgesucht. Das ging schnell und war wieder günstig. Sogar noch günstiger als für diese Nacht. Ich bin gespannt, was da raus kommt.
Dann ging es an die kostenpflichtige Reservierung für die Schiffstour.
Erst sah alles aus, als würde es reibungslos funktionieren, als ich aber alle Zahlungsinformationen absenden wollte, hing sich die Seite auf und ich weiß nun nicht, ob ich reserviert habe oder nicht. 
Ich kann die Reservierung nicht wiederholen, denn habe ich sie abgeschickt, würde ich sie doppelt bezahlen. Habe ich sie nicht abgeschickt, kann es passieren, dass ich wieder ein ausgebuchtes Schiff vorfinde und dann ein Hotel für zwei Nächte habe, wo ich nur eine brauche. Alles unschön.
Morgen früh werde ich versuchen, da anzurufen und ich habe auch schon eine Mail-Anfrage abgeschickt. Irgendwie muss das klappen.
Bei allem Pech, welches ich aber so weit mit den Walen hatte, befürchte ich, ich werde es auf das Schiff schaffen, aber keines der Tiere wird sich zeigen. Na ja, auch das werde ich überleben. Könnte schlimmer sein, könnte regnen. Ach ja, das soll es ja morgen auch noch ganztägig. Hm.


Montag, 24. September 2018

Old Orchard Beach - Bar Harbor

Bisher sah ich mich immer gerne als Glückskind, was das Reisen betrifft. Oft Glück mit dem Wetter, und vor allem, meine Pläne gingen immer auf, egal ob sie langfristig, kurzfristig oder gar spontan geplant waren. Aber heute ist meine Glückssträhne gerissen. 

Bevor es aber dazu kam, bin ich gegen 8 Uhr in Old Orchard Beach aufgebrochen und habe mich auf den Weg nach Portland gemacht, der größten Stadt im Bundesstaat Maine, in dem ich mich mittlerweile befinde. Dort war mein erstes Ziel ein Leuchtturm, von dem ich Bilder machen wollte.
Das Wetter dafür war fast perfekt, viel blauer Himmel und Sonnenschein, aber leider ging der Wind recht stark und die Kamera wackelte doch sehr auf dem Stativ. Egal, wie man die Bilder finden mag, wer mal in der Gegend ist, sollte sich diese Ecke um den Portland Head Light Leuchtturm einmal ansehen. Echt sehr schön dort.
Nachdem ich den Leuchtturm dann wieder verlassen habe, bin ich in den Hafen von Portland gefahren. Wie überall in dieser Gegend, gibt es einen Stadt- oder Dorfkern, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, wenn man sich die Gebäude ansieht. Was ich dort sehr interessant fand. Auf einer Pier steht ein Stück der Berliner Mauer.

Schönstes Wetter am Atlantik.

Portland Head Light von der einen...

... und von der anderen Seite.

Die Berliner Mauer im Hafen.
Heute war wieder viel Auto fahren angesagt, ich habe nicht genau geschaut, aber über 1200 km habe ich bestimmt schon geschafft. Mein Ziel ist es, in den äußersten Nord-Osten zu kommen. Dabei passiert man, so dicht an der Küste, natürlich immer wieder Leuchttürme. Einen weiteren habe ich mir ausgesucht für ein kleines Quiz. In welchem Film habt ihr den schon mal gesehen?


Erkannt?
Tom Hanks, als Forrest Gump, rannte hier entlang, bevor er wendete, um wieder zur anderen Küste zu laufen.

Ansonsten fällt es mir schwer, heute viel zu (be-)schreiben und ich habe auch sehr wenige Bilder gemacht. Mich hält es auf einer solchen Reise schwer an einem Ort oder anders gesagt, der Weg ist das Ziel und heute war der Weg wirklich schön. Meist rechts von mir der Ozean im Sonnenschein und um mich herum lange bewaldete Abschnitte, in denen nur wenig Menschen leben. Immer wieder Seen, Flüsse oder Buchten, an denen man hier entlang fahren und alles genießen kann.
Schon vor zwei Jahren habe ich mal darüber nachgedacht, die Fahrt selber mit einer Kamera zu filmen. Auch heute wäre das die einzige Möglichkeit, zu zeigen, dass es wirklich schön hier im Nordosten der USA ist. Nur der bunte Indian Summer, auf den ich wieder gehofft habe, bleibt aus. Auch hier war der Sommer viel zu trocken und so sind auch die Blätter eher vertrocknet, als bunt an den Bäumen.

Nochmal die Küste.

Mündung des Penobscot River.

Der Penobscot River.
Am späten Nachmittag bin ich dann im (oder am) Acadia Nationalpark angekommen und habe ihn auf der Route 3 einmal umrundet und auch hier die Schönheit genossen, bevor ich dann zu meinem Ziel, Bar Harbor gefahren bin. Ein nettes kleines Städtchen an der Frenchman Bay. Hier riss dann, wie schon angedeutet, meine Glückssträhne. Etwa eine halbe Stunde vor Ankunft, habe ich im Internet gesehen, dass von hier aus Whale Watching Touren angeboten werden und ich wollte am nächsten Tag eine solche Tour machen. Es wären noch Tickets verfügbar.
Als ich dann endlich im Motel war und mich auf dem Weg in die Stadt zum Ticketschalter gemacht habe, musste ich dort erfahren, dass die morgige Tour seit wenigen Minuten ausverkauft sei. Na prima. Jetzt ist im Oktober zwar nicht mehr hundertprozentig sicher, auf solchen Touren noch Wale zu sehen, versucht hätte ich es aber schon gerne. Mal sehen, ob sich noch eine Chance bietet, eine kleine Chance gibt es noch, aber die ist wirklich klein.
Und wenn et nit ränt, dann dröpp et. An einer Küste heute habe ich mir den Knöchel verknickt und sitze gerade hier und kühle meinen Fuss. Gehen geht zwar noch, aber die Alternative für morgen, eine längere Wanderung durch den Park zu machen, will ich erst mal nicht riskieren. Außerdem ist immer noch für die nächsten beiden Tage Regen gemeldet. Kann man schwer glauben, wenn man das Wetter heute gesehen hat, aber was heißt das schon?
So werde ich morgen noch mal mit dem Auto eine kleine Runde hier im Park drehen und dann weiter fahren. Allerdings muss ich dafür die nächsten vier Tage komplett umplanen, um wieder in meinen Zeitplan zu kommen. Wenn das Kühlen hilft, dann gäbe es eine Alternative zum Wandern in den Wäldern von Maine oder ich weite die Tour doch noch etwas weiter aus.
Aber das kann ich mir auch morgen noch überlegen. Warum heute Abend schon? 

Straßen in ...

... Bar Harbor.

Ein Kreuzfahrtschiff vor Anker im Hafen.

Mein Kia Forte vor meinem Zimmer für die Nacht. Der kleine Anbau.

Scranton - Newark

Ich bin auf dem Flughafen. Die letzten Stunden und Kilometer Autofahrt verliefen reibungslos. Der Verkehr nahm in Richtung New York City zu...