Mittwoch, 3. Oktober 2018

Ottawa/Gatineau - Brighton

Heute war das Fahren endlich wieder so, wie ich es mir vorgestellt habe. Gute Straßen, schöne Umgebung und wenig Verkehr. Ok, aus Ottawa raus hatte ich etwas mit dem Berufsverkehr zu kämpfen, aber das war wenig erwähnenswert und bald darauf hatte ich entspannte 90 Kilometer zurück an den Sankt Lorenz Strom und bin nun endgültig in der Provinz Ontario. Der dritten und letzten kanadischen Provinz meiner Reise, nach wenigen Kilometern in New Brunswick zu Beginn und den letzten Tagen in Quebec.
Um die Mittagszeit habe ich dann eine Führung im Upper Canada Village gemacht. In der Gegend wurde der Sankt Lorenz Strom für die Schifffahrt erweitert und dafür mussten drei Ortschaften weichen. Die Häuser, die nicht mit ihren Besitzern umgezogen sind und einen historischen Hintergrund aus der Besiedlung dieser Gegend hatten, wurden hier zu einem nachgebauten Ort wieder errichtet.
In den Sommermonaten, der Touristensaison, ist das wohl eine sehr aktive Anlage, in der man alle Häuser besichtigen kann und dort traditionell das Leben aktiv nachgestellt wird, samt Demonstrationen von Fassbindern, Müllern und all den anderen Berufen, die damals für das Leben im Dorf wichtig waren. 
Außerhalb der Saison bekommt man hier Führungen durch die einzelnen Gebäude in zwei Sprachen. Ich fand sie sehr informativ und lehrreich und war sogar überrascht, dass ich einiges der französischen Erklärung verstanden hatte.

Überall in der Anlage war schon Halloween-/Kürbisdekoration wie diese.




Eine 200 Jahre alte Wanduhr.

Eine über 200 Jahre alte Lutherbibel in deutscher Sprache.



Bei der Kirche fand ich sehr interessant, dass diese Boxen, in denen die Kirchenbänke sind, von Familien gemietet wurden und eine Familie ihre "Kirchenloge" hatte. Familien, die sich eine solche Loge nicht leisten konnten, standen während der Messe auf der Empore.







Fließend Wasser.



Eine eigene Pferdezucht gibt es hier auch.


In der Schule, mit der Dame, die die Führung machte.




Wer von den Salatessern unter meinem Lesern hat schon mal das Thousand Island Dressing gehabt? Dies hat hier seinen Ursprung. Im Bereich des Ausflusses des Ontariosees, in den Sankt Lorenz Strom, der erst ab hier so heißt, gibt es die Thousand Islands, die sogar aus 1864 Inseln bestehen. 
Viele davon sind sehr kleine, aber tatsächlich bewohnte Inseln. 
Entlang des Stroms verläuft hier der Thousand Islands Parkway, eine landschaftlich schöne Straße, auf der Werksverkehr und Lastwagen über 5 Tonnen nicht fahren dürfen, so dass das Fahren hier sehr entspannt ist.
Über eine Brücke kann man hier direkt in die EU Fahren. Die Etats Unis, wie die Vereinigten Staaten auf französisch heißen. Hier bildet der Strom eine ganze Weile den Grenzfluss zwischen den USA und Kanada.

Die Brücke führt direkt in die USA.

Der Parkway.

Inseln im Fluss. 

Manche davon sind bewohnt.


Noch etwa 150 Kilometer fehlen mir bis Toronto, mein Ziel für morgen. Für heute hatte ich mir spontan ein Bed&Breakfast im Internet gesucht und ein nettes, günstiges in Brighton gefunden.
So dachte ich jedenfalls. For Ort war ich zumindest ein klein wenig ernüchtert. Ich bleibe ja von AirBnB weg, da ich nicht zu privat werden möchte, aber hier ist es genau das. Eine ältere Dame, die früher wohl gerne verreist ist, lebt hier mit einem Hund, von dem ich erst dachte, es könnte ein Pony sein und vermietet ein zweites Schlafzimmer an Reisende zwischen Toronto und Montreal um so etwas Kontakt in die ganze Welt zu halten.
So wurde ich zu einem Glas Wein eingeladen, welches in meinem Fall ein Glas Wasser wurde und man hat sich eine Weile unterhalten. Morgen, beim Frühstück, wird das wohl die Fortsetzung finden.
Während die Wohnung etwas nach Hund riecht, ist auf der Haben Seite ein sauberes Zimmer, ein sauberes Bad und ein bequemes King-Size Bett.
Zum Abendessen gab es in einem kleinen Restaurant Spare-Ribs und den Abend habe ich auf dem Zimmer verbracht und genutzt, dass man Netflix weltweit nutzen kann.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Montréal - Ottawa/Gatineau

Eigentlich wollte ich ja mit einem traurigen Auge schreiben, dass ich nächste Woche um diese Zeit schon wieder zu hause bin, aber wenn die Tage so weiter gehen, wie der heute, dann bin ich nicht mal mehr so enttäuscht. 

Heute morgen regnete es in Strömen, als ich das Hotel verließ und so dachte ich mir, ich drehe eine Runde mit dem Auto auf der Formel 1 Rennstrecke vor der Stadt. Soweit funktionierte das auch ganz gut und ich drehte gleich zwei Runden, bevor ich dann auch Montreal auch hinter mir lassen und mich auf den Weg in die Hauptstadt machen wollte.
Man, Auto fahren hat mir in Kanada ja noch nicht so gut gefallen, wie in den USA, aber Montreal war die Hölle. Eine einzige Baustelle scheint diese Stadt zu sein und die ist nicht einmal gut ausgeschildert, so dass ich mich auch mehrfach verfahren habe. Bei einer dieser Aktionen muss ich auch wieder etwas sehr böses gemacht haben, denn als ich an einer Ampel stand, klopfte es ans Beifahrerfenster und ein Polizist steckte kurz danach seinen Kopf rein. Nachdem ich es geöffnet habe. Er fluchte sehr aufgebracht, ich habe ihm versucht zu sagen, dass ich kein Französisch verstehe, er erwiderte in englischer Sprache, dass ich also seine Sprache nicht sprechen würde, nur um dann in dieser Sprache wieder Flüche auszusprechen, bis die Ampel grün wurde und er mich weiter fahren hat lassen. Ich weiß leider immer noch nicht warum das alles.

Dann hatte ich irgendwann die ganzen Baustellen hinter mir gelassen und war auch kurz davor, selbiges mit Montreal zu tun, als, auf Höhe des Flughafens, eine Warnlampe anging, die mir sagte, dass mindestens ein Reifen nur noch wenig Luft haben sollte.
Da ich dachte, am Flughafen ist eine Hertz-Vertretung, bei Hertz ist mein Wagen gemietet, bin ich abgefahren und habe dort fast zwei Stunden verbracht, bevor man mir meinen Autoschlüssel wieder gegeben hatte und ich endlich auf dem Weg nach Ottawa war. Leider nun schon 3 Stunden hinter meinem Plan und nicht mehr mit der allerbesten Laune. Eigentlich wäre ich gerne direkt ins Motel gefahren, um mich ins Bett zu legen.
Dafür war es aber noch zu früh, der Regen hatte aufgehört und nun war ich schon mal hier, also bin ich doch nach Ottawa rein gefahren und habe einen Stadtrundgang gemacht. Nur einen Museumsbesuch, den ich dort geplant hatte, habe ich ausfallen lassen.

Ottawa ist nicht die Stadt, die Ziel einer Urlaubsreise sein sollte, aber wenn man auf der Durchfahrt ist, lohnen sich sicher ein paar Stunden in der Hauptstadt Kanadas. Anlaufzentrum sollte dabei der Byward Market sein. Ein Markt der schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts besteht und um den sich das Trendviertel der Stadt gebildet hat. Hier findet man viele Bars, Restaurants, Geschäfte und hübsche Häuser. Hier habe ich mir auch einen Burger gegessen und, auf Empfehlung einer Freundin aus der Ukraine, die hier wohl beruflich ab und an hin reist, zum Nachtisch einen Beaver Tail.
Eine leckere Süssware.






Von hier aus kommt man auch schnell zu Fuss zum Parliament Hill, einer Anhöhe über dem Ottawa River, der die Regierungsgebäude beheimatet. Der Uhrenturm auf den Centre Block erinnert dort nicht nur an den Turm in London, der den Big Ben beheimatet, er schlägt auch alle 15 Minuten die gleichen Melodien.
Auf dem großen Platz im Zentrum der drei Gebäude, die hier scheinbar den Regierungskomplex bilden, sollte auch, seit 1967, eine Ewige Flamme brennen, die allerdings aus war. 






Von hier über die Straße ist ein großes Denkmal zu Ehren der Gefallenen in allen Kriegen, die Kanada gefochten hat und dort gibt es auch ein Grab des Unbekannten Soldaten, welches ähnlich bewacht wird, wie das in Arlington und hier finden auch ähnlich strikte Wachablösungen statt. Allerdings hier begleitet von einem Dudelsackspieler.



Den Rest der Zeit in der Stadt, bin ich einfach durch die Gegend gelaufen, habe mich umgesehen oder war in Geschäften, bevor ich dann, am späten Nachmittag über den Fluss nach Gatineau, die Stadt auf der anderen Seite gefahren bin, wo ich mir das Motel für die Nacht ausgesucht habe. 
Während ich mit Ottawa schon in Ontario war, bin ich nun wieder in Quebec zurück, der Fluss bildet hier die Grenze. 
Für morgen habe noch keinen wirklichen Plan, den muss ich noch machen, bevor es dann übermorgen nach Toronto geht. Alles was ich weiß, ich werde Quebec nun hinter mir lassen. Das Ende der Reise kommt nun schnell näher. Ich hoffe nur, mit dem Auto und dem Fahren geht von nun an wieder alles gut, bis ich wieder im Flieger sitze.













Scranton - Newark

Ich bin auf dem Flughafen. Die letzten Stunden und Kilometer Autofahrt verliefen reibungslos. Der Verkehr nahm in Richtung New York City zu...